Mompitz – Träume

08 Mrz

Kategorie: Geschichten

 

Mompitz – Träume

 

Die kleine Nina liegt im Bett. Mama und Papa haben gesagt, dass sie schlafen soll. Aber Nina will nicht schlafen! Sie ist gar nicht müde. Nina starrt zur Decke. Ihr ist langweilig. Da raschelt plötzlich etwas unter ihrem Kopfkissen. „Hallo, Nina! Kannst du mich hören?“ Nina, die ein bisschen Angst hat, nickt. „Du musst keine Angst haben, Nina. Mein Name ist Anne. Ich bin ein Mompitz. Du hast mich sicher schon oft gespürt. Ich kuschle mich immer hinter dein Ohr, wenn du schläfst. Damit du stets tolle Träume hast. Nina sieht sich um. Sie hört zwar die hohe, leise Stimme, aber sehen kann sie nichts. „Du kannst mich nicht sehen, weil ich hinter den Dingen lebe. Aber ich kann dir helfen, deine Langeweile zu vertreiben. Und, na ja, wer weiß, vielleicht siehst du mich dann doch. Willst du spielen?“ Nina nickt. „Gut, dann spielen wir Ich seh, ich seh, was du nicht siehst. Ich fange an. Ich seh, ich seh, was du nicht siehst, und das ist rot.“ Nina überlegt nicht lange. „Mein Teddy!“, antwortet sie. „Genau, das war ja viel zu einfach für dich. Jetzt bist du dran.“ Nina setzt sich auf und sieht sich im Zimmer um. Sie hat Spaß an dem Spiel. „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst, und das ist grün“, sagt sie. Die leise, hohe Stimme hinter Ninas Ohr flüstert: „Grün, das ist schwierig. Das runde Kissen hier?“ Nina lacht: „Nein, das ist es nicht.“ Wieder ist die hohe Stimme zu hören: „Der Stuhl dort in der Ecke?“ Nina lacht noch lauter: „Nein, der ist es auch nicht!“ „So ein Pech. Dann muss ich wohl weiter raten.“ Nina und der kleine Mompitz haben eine Menge Spaß. Sie spielen eine Runde nach der anderen, bis plötzlich die Tür aufgeht. Nina legt sich schnell ruhig hin. Es ist Papa. „Sag mal, sprichst du mit jemandem, mein Schatz?“ Nina schüttelt den Kopf. „Nö, Paps. Wie kommst du denn darauf?“ Papa sieht Nina erstaunt an. „Ich dachte, ich hätte Stimmen gehört. So, und nun schlaf!“ „Wird gemacht, Paps.“ Nina schickt ihrem Papa noch einen Kuss. Als er wieder draußen ist, flüstert sie: „Bist du noch da, Anne?“ Da ist sie wieder, die hohe Stimme: „Aber klar, Nina. So, schlaf jetzt wirklich! Ich kuschle mich ganz fest hinter dein Ohr, damit du spannende Träume hast.“ Nina nickt. Sie kuschelt sich in ihr Kopfkissen. Und für einen Moment glaubt sie, ein flauschiges, blau – orangefarbenes Ding darin zu sehen. Dann schläft sie ein und hat eine Menge aufregender Träume.

 

Ende

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Von Lisa Gallauner

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